Derzeit keine Ausstellungen.
Letzte Ausstellung:
Kulturtage 2007 in Freising
Lokaltermin 2007
"rhythmen - (t) räume - reaktionen"

Maria Kiess
im Tanzsportzentrum
Luckengasse 9, Freising
Bilder, die Bewegung und Rhythmus miteinander verbinden.
Grafik, die „Botschaften“ herüberbringt.
Farbe, die mitschwingt.
Vernissage:
Montag, 23. 7. 07 um 18 Uhr
mit dem Essax - Quartett
Öffnungszeiten:
Fr/ Sa / So
27./ 28./ 29. 7. und 3. / 4. / 5. 8.
jeweils von 16 bis 19 Uhr
Die ausgestellten Bilder sind zum
Großteil druckgrafische Werke, die in ihrem formalen Aufbau ein
gemeinsames Grundmuster aufweisen, nämlich das der Reihung.
Die Erstellung der diversen
Druckplatten zur Bearbeitung der Bilder ist sehr vielfältigen
Techniken unterworfen, um durch diese grundlegende Variationsbreite
beim Druckverfahren eine möglichst große Dichte und
Diversifikation zu erreichen.
Rhythmus lebt von einem immer
wiederkehrenden, erkennbaren Grundmuster, das zahlreiche Variationen
und Einfügungen erfahren kann, um doch immer in einer
grundgelegten Struktur zu bleiben.
So ist das bildnerische Programm der
Ausstellung im Tanzsportzentrum einerseits von einer Farbigkeit
bestimmt, die innerhalb eines Bildes mit wenigen, abgewogenen und fein
differenzierten Farbtönen aufgebaut ist, andererseits seine
Struktur von einer rhythmischen Abfolge von aufeinan-der abgestimmten
Ornamenten oder ornamentalen Schriftzügen erhält.
Daraus ergibt sich, dass die
Arbeiten seriellen Charakter besitzen, also ein Ergebnis verschiedener
Abfolgen und Variationen der einzelnen Grundplatten darstellen.
Die Lesbarkeit ist bewusst nicht
angestrebt, die „Botschaften“, die dennoch mit dem
bildnerischen Konzept einhergehen, sind emotionaler Natur und wenden
sich an die Phantasie des Betrachters, der zusammen mit Farbigkeit und
Schriftfragmenten seine eigene „Lektüre“ vornimmt.
Die "SZ" schreibt:
Maria Kiess stellt im Tanzsportzentrum aus
Wilde Gestik und kontrollierte Strenge
Die Freisinger Künstlerin eröffnet die Reihe „Lokaltermin 2007” bei den diesjährigen Kulturtagen
Freising - Seit zehn Jahren stellt eine lose Gruppierung Freisinger
Künstler jeweils zu den „Kulturtagen” an verschiedenen
Orten der Stadt aus. Dieses Jahr konzentrieren sich die Teilnehmer
unter dem Titel „Lokaltermin 2007" auf eine spezifische
Bezugnahme auf die jeweiligen Räumlichkeiten. Als erste im Bunde
eröffnete Maria Kiess ihre Ausstellung im Tanzsportzentrum unter
dem Titel „Rhythmen - (T)Räume - Reaktionen”.
Eigens für dieses Präsentation fertigte sie zwölf
großformatige „Teppiche”, die leicht wie Tänzer
an der Wand schweben. Möglich machte dies das fast schwerelose,
zugleich aber äußerst reißfeste Material der
Drachenfolie, welche die versierte Künstlerin als Basis für
diese neuen Kreationen nutzte. Darauf druckte sie in verschiedenen
Druckverfahren (Flachdruck mit Ölfarben, Radierung und
Hochdruck/Linol und Pappe) mehrere Schichten von ornamentartigen
Mustern, deren Formen sich zu einer fast flächendeckenden
Fülle überlagern. Da aber diese locker angelegten
Kompositionen aus sattem Goldgelb und tiefem Blauschwarz zwischendrin
den Blick auf den Grund freigeben, bewahren sie ihre Leichtigkeit und
muten dabei sogar fernöstlich an. Wie in den japanischen
Tuschezeichnungen spielt sowohl die Rhythmisierung innerhalb des
Bildaufbaus als auch die Präsentation in Form der seriellen
Reihung eine ausschlaggebende Rolle.
Deutlich realistischere, weil figürliche Bezüge stellen die
„Tafel A (Tänzer)" und „Tanz" dar. Dort sind
abstrahierte Figuren in massiertem Auftreten zu erkennen, die sich vor
allem durch die ihnen innewohnende Dynamik auszeichnen.
Darüberhinaus zeigt Maria Kiess in 40 weiteren Arbeiten einen
Querschnitt durch ihr Schaffen der vergangenen neun Jahre. Interessant
zu verfolgen ist daran, dass bereits die miniaturhaften, blauen
„Landschaften X, Y, Z" von 1998 mit flächigen
Überlagerungen so aufgebaut sind, das sich daraus Bildtiefe ergibt.
Neben diesen transparenten Schichtungen ist auch die Konzentration auf
eine Hauptfarbe charakteristisch, die je nach Thema variiert.
So beschränken sich die „Tagebuch"-Aufzeichnungen auf
klassisches Schwarz, gewürzt mit einem tiefen, philosophischen Rot
auf Weiß. Die Liniatur für die fantasievollen Buchstaben
erinnert dabei an Notenzeilen, was wiederum eine Verbindung zur Musik
und somit zum Tanz darstellt. Spannend zu beobachten ist in diesen
Blättern das Wechselspiel von Verdichtung und Öffnung, von
wilder Gestik und kontrollierter Strenge. Als logische Fortsetzung
davon erklären sich die Materialcollagen „Archiv I -
IV”, spielerisch angelegten Reliefs aus Alltagsmaterialien,
gekoppelt mit Malerei, Zeichnung und Schrift, die in ihrer liebevollen
Kleinteiligkeit an Puppenhäuser erinnern, zugleich aber der
Sehnsucht nach dem Traumhaus Ausdruck verleihen.
ELISABETH HOFFMANN
Die Ausstellung an der Luckengasse 9 ist vom 27. bis 29. Juli und vom 3. bis 5. August jeweils von 16 bis 19 Uhr geöffnet.